Haus Oldenburg

Cronskamp wurde erstmals 1377 erwähnt, als es mit den übrigen zu Hof Stove gehörenden Dörfern den Besitz des Bischofs überging.

Das Dorf wurde nach Rieps eingemeindet und gehört gleichzeitig zur Kirchgemeinde Carlow.

Der Name hat in diesem Fall wahrscheinlich nichts mit der Krone zu tun.
Cron, Kron, Kran oder Kraun ist ndd. und bedeutet Kranich oder auch Kronsbeere = Preißelbeere; das Wort „Kamp“ stammt vom lat. campus und steht für Feld  (siehe Dieter Greve – Flurnamen in Mecklenburg-Vorpommern).
Preißelbeeren brauchen sauren Boden, der hiesige Lehm ist aber alkalisch. Demnach bedeutet Cronskamp wohl eher „Kranichfeld“. Auch heute sind oft Kranichrufe zu hören, wenn die Vögel über das Dorf zum nächsten Feld fliegen.

Es handelt sich um ein Runddorf mit einer neuen Seitenstraße, die auch so heißt und besteht vor allem aus alten und neuen Wohnhäusern. Es gibt landwirtschaftliche Betriebe, viele Privatpferde, ein Tournee-Puppentheater, einen Dorfweiher und reichhaltige Flora und Fauna.

Die geschichtliche Zugehörigkeit des Ortes über die Jahrhunderte kann man auf der Grafik im Genwiki – Ortsartikel Cronskamp  vom Verein für Computergenealogie gut nachvollziehen.

 


 
 
Im Sommer 2019 ist der Dorfteich vollständig von Wasserlinsen (Entengrütze) bedeckt. Ein solches Massenvorkommen bildet die Pflanze vor allem in nährstoffreichen oder leicht verschmutzten, abwasserbelasteten Gewässern. Unter einer so dichten Schwimmpflanzendecke herrschen Licht- und Sauerstoffmangel – bei den Unterwasserpflanzen findet keine Photosynthese mehr statt. Allerdings wird auch das Algenwachstum eingeschränkt und das Wasser bleibt kühler.
 

Der Eisvogel, in den letzten Jahren regelmäßiger Gast am Cronskamper Dorfweiher, kann unter diesen Umständen hier kaum noch jagen, weil er seine Beutefische unter der Pflanzendecke schlecht sieht.
Im August 2019 besucht er wieder einen privaten Gartenteich in Cronskamp und fängt dort Moderlieschen. 

 

Im Weiher hat sich ein Nutria eingefunden, der die eiweißreichen Wasserlinsen mag. Im Mühlenteich von Stove lebt mindestens ein weiteres Exemplar. Die Tiere stammen ursprünglich aus Südamerika und zählen zu  invasiven Neozoen. Als mit der DDR auch die Nachfrage nach ostdeutschem Nutriapelz zusammenbrach, wurden sie wohl vielerorts ausgesetzt.

 

Auf der anderen Straßenseite, gegenüber vom Dorfteich haben 2019 Nachtigallen genistet. Bereits im April hörte man den Gesang des Männchens. Später waren es vor allem schrille Pfeif- und Knurrlaute zur Verteidigung der Brut.

(Fotos: Maren Winter)